IGeL und Beihilfe

Wer heute zum Arzt geht, bekommt nicht selten bereits bei der Anmeldung in der Praxis eine zusätzliche Individuelle Gesundheitsleistung angeboten.

Individuelle Gesundheitsleistungen – kurz: IGeL - sind Leistungen, für die die gesetzlichen Krankenkassen nicht leistungspflichtig sind oder deren Sicherstellung anderen Leistungserbringern obliegt, beispielsweise der gesetzlichen Unfall- oder Rentenversicherung. Sie müssen von gesetzlich krankenversicherten Patienten in der Regel privat bezahlt werden.

Für welche Bereiche werden individuelle Gesundheitsleistungen angeboten?
- Individuelle Lebensgestaltung, z.B. bestimmte Impfungen vor einer Auslandsreise, Tauglichkeitsuntersuchungen oder medizinisch-kosmetische Leistungen

- Behandlungsmethoden, deren Nutzen nicht allgemein anerkannt bzw. rein spekulativ ist, z.B. aus dem Bereich der alternativen Medizin

- Zusatzuntersuchungen, z.B. Gentests zur Ermittlung der Ursachen bestimmter Erkrankungen

- Spezielle Vorsorgeuntersuchungen, die nur bei Risikopatienten oder bei einem vom Arzt begründeten Verdacht von der Krankenkasse übernommen werden, z. B. PSA-Test.
 
Gibt es Ausnahmen für gesetzlich Versicherte?
Einige Krankenkassen bieten ihren Versicherten als zusätzlichen Service ergänzende Leistungen an, die über den Leistungskatalog der GKV hinausgehen. Einen Rechtsanspruch auf Kostenübernahme können die Versicherten daraus aber nicht ableiten.
 
Was ist mit Privatversicherten?
Viele IGeL werden auch von privaten Krankenversicherungen nicht erstattet. Deren Leistungen orientieren sich am individuellen Versicherungsvertrag in Verbindung mit den jeweiligen Versicherungsbedingungen.
 
Was zahlt die Beihilfe?
IGeL ist ein Begriff aus dem Recht der gesetzlichen Krankenversicherung. Im Beihilferecht sind individuelle Gesundheitsleistungen begrifflich nicht definiert. Die meisten dieser Gesundheitsleistungen sind nicht beihilfefähig, da deren medizinische Notwendigkeit oft nicht gegeben ist. Einige wenige sind jedoch ausdrücklich beihilferechtlich anerkannt, wie z.B. – bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen – die Akupunktur.

Pflichtversicherte beihilfeberechtigte Beschäftigte haben jedoch keinen Anspruch auf Erstattung von IGeL.
 
Es gilt folgende Faustregel:
Individuelle Gesundheitsleistungen, die lediglich auf Wunsch des Patienten in Anspruch genommen werden ohne dass ein Krankheitsbild vorliegt, sind von der Erstattungsfähigkeit ausgeschlossen. Bei medizinischer Notwendigkeit oder bei einem bei Risikopatienten begründeten medizinischen Verdacht ist eine Erstattung durch die Krankenkasse und nachrangig die Beihilfe grundsätzlich möglich.

Im Internet können sich Patienten unter www.igel-monitor.de über häufig angebotene IGeL und deren medizinische Bewertung informieren. Diese neutrale Plattform bietet den Betroffenen eine seriöse Entscheidungshilfe.

Wenn Sie wissen möchten, ob eine bestimmte individuelle Gesundheitsleistung in Ihrem Fall beihilfefähig ist, fragen Sie gerne im Vorfeld bei uns nach.