Beihilfe für Impfungen

Die Gesundheitsbehörden in Baden-Württemberg haben dieses Jahr bereits 23 Masernerkrankungen registriert. In anderen Bundesländern liegt die Erkrankungsrate noch weitaus höher. Aus diesem Grund informieren wir Sie heute über die Beihilfefähigkeit von Schutzimpfungen.

Beihilfefähig nach der Beihilfeverordnung des Landes Baden-Württemberg sind Aufwendungen für Schutzimpfungen, die auf Grund des Infektionsschutzgesetzes angeordnet oder vom Sozialministerium Baden-Württemberg öffentlich empfohlen sind.
 
Das Sozialministerium Baden-Württemberg empfiehlt derzeit alle Impfungen, die die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut (STIKO) in deren Impfempfehlungen für die dort genannten Personenkreise und Indikationen vorsieht. Hierzu gehören die Impfungen gegen Diphtherie, Hepatitis A und B, Humane Papillomviren für Mädchen von neun bis 14 Jahren, Keuchhusten, Masern, Meningokokken, Mumps, Pneumokokken, Poliomyelitis (Kinderlähmung), Rotaviren bei Säuglingen, Röteln, Tetanus, Tollwut oder Windpocken. Außerdem werden die Impfungen gegen Influenza (Grippe) und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) uneingeschränkt empfohlen, sodass diese als beihilfefähig anerkannt werden können.
Reiseschutzimpfungen gegen Cholera, Gelbfieber, Typhus oder Ähnliches sowie eine Malariaprophylaxe sind ebenfalls beihilfefähig, sofern diese beispielsweise aufgrund einer privaten Urlaubsreise notwendig sind.
 
Nicht beihilfefähig sind hingegen Impfungen gegen Tuberkulose, Pocken oder Varicella zoster (Gürtelrose), da die STIKO diese Impfungen derzeit nicht empfiehlt.
 
Die Kosten für eine Impfberatung durch Ärzte sind beihilfefähig, wenn diese nach der Gebührenordnung für Ärzte berechnet wird. Eine pauschale Kostenübernahme kann nicht erfolgen.
 
Noch ein Hinweis für Mitglieder einer gesetzlichen Krankenkasse: Die Kosten vieler Schutzimpfungen müssen von allen Krankenkassen aufgrund gesetzlicher Vorgaben übernommen werden, darüber hinaus erstatten manche Kassen weitere Impfkosten als freiwillige Leistung. Deshalb lohnt es sich in jedem Fall, bei Ihrer Krankenkasse nachzufragen.
 
Diese Ausführungen gelten für Personen mit beamtenrechtlichen Beihilfeansprüchen nach der Beihilfeverordnung des Landes Baden-Württemberg. Für andere Beihilfeberechtigte, zum Beispiel nach tariflichem Beihilferecht, bestehen gegebenenfalls abweichende Regelungen.
 
Wenn Sie weitere Fragen haben, rufen Sie uns gern an.