Sommerurlaub ist Reisezeit - Beihilfe für Krankheitskosten im Ausland

In Baden-Württemberg beginnen in Kürze die Sommerferien und viele nutzen diese Zeit, um mit ihren Familien oder Freunden den Jahresurlaub im Ausland zu verbringen. Damit Sie Ihren Urlaub auch sorgenfrei genießen können, informieren wir Sie über die beihilferechtlichen Regelungen für den Fall einer Erkrankung im Ausland.

Grundsätzlich sind im Ausland entstandene Krankheitskosten nur insoweit und bis zu der Höhe beihilfefähig, wie sie in Deutschland entstanden und beihilfefähig gewesen wären. Die im Inland geltenden beihilferechtlichen Höchstbetragsregelungen und Leistungsausschlüsse sind zu berücksichtigen.

Bei Aufwendungen für ambulante Behandlungen und stationäre Leistungen in öffentlichen Krankenhäusern, die innerhalb der Europäischen Union (EU), den Staaten des Europäischen Wirtschaftsraums (Island, Liechtenstein, Norwegen) - EWR - oder in der Schweiz entstehen, ist ein Kostenvergleich in der Regel nicht erforderlich, es sei denn, dass gebietsfremden Personen regelmäßig höhere Preise als ansässigen Personen berechnet werden.

Kein Kostenvergleich erfolgt bei einer Notfallversorgung, wenn die nächstgelegene Behandlungsmöglichkeit aufgesucht werden muss, und zwar unabhängig davon, in welchem Land Sie sich aufhalten.

Für einen Kostenvergleich muss aus den vorgelegten Rechnungen eindeutig hervorgehen, wer behandelt wurde und welche Leistungen aufgrund welcher Diagnose erbracht wurden. Ohne diese Informationen ist eine Bearbeitung der Belege nicht möglich. Fügen Sie bitte den Rechnungen gegebenenfalls eine Übersetzung bei.

Weitere Hinweise zur Beihilfefähigkeit von Aufwendungen im Zusammenhang mit einem Auslandsaufenthalt:

  • Kosten für einen Krankenrücktransport sind in keinem Fall erstattungsfähig.
  • Arzneimittel, die als Reiseapotheke dienen, sind ebenfalls nicht beihilfefähig. Lediglich Präparate, die aus Anlass einer Krankheit verordnet wurden, können als beihilfefähig berücksichtigt werden.
  • Aufwendungen für gesondert berechnete wahlärztliche Leistungen und Wahlleistungsentgelte für Zweibettzimmer im Krankenhaus sowie jegliche Fahrkosten sind außerhalb der EU, des EWR und Schweiz nicht beihilfefähig.

Aufgrund des häufig nicht kalkulierbaren Kostenrisikos empfehlen wir den Abschluss einer speziellen Reisekrankenversicherung, soweit nicht bereits ein anderweitiger ausreichender Versicherungsschutz besteht.

Weitere Informationen zur Beihilfe bei Auslandsbehandlungen finden Sie in unserem Merkblatt "Aufwendungen im Ausland". Außerdem können Sie sich auf der Homepage des Auswärtigen Amtes und des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin über Besonderheiten in Ihrem Urlaubsort informieren.

Wir wünschen Ihnen einen schönen und unbeschwerten Urlaub.