Versteuerung

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Versorgungsbezüge gehören nach dem Steuerrecht zu den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit und unterliegen nach § 19 Abs. 1 Nr. 2 EStG grundsätzlich der Steuerpflicht. Zu den Versorgungsbezügen zählen Ruhegehalt, Witwengeld, Waisengeld und Unterhaltsbeiträge.

Von den Versorgungsbezügen bleibt ein nach einem Prozentsatz ermittelter Betrag, der jedoch auf einen Höchstbetrag begrenzt wird (Versorgungsfreibetrag), sowie ein Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag steuerfrei, §19 Abs. 2 S. 1 EStG.

Durch das Alterseinkünftegesetz vom 5. Juli 2004 wurde bestimmt, dass der Versorgungsfreibetrag über einen Zeitraum von 35 Jahren abgeschmolzen wird. Die Höhe wird dabei abhängig vom jeweiligen Jahr des Beginns der Versorgung einmalig festgesetzt. Auch für Hinterbliebene ist dabei das Jahr des Beginns der Versorgungszahlung an den Versorgungsurheber maßgebend. Diese Festsetzung gilt anschließend für die gesamte Laufzeit der Versorgung. Ab dem Jahr 2040 wird es für neue Versorgungsempfänger den Versorgungsfreibetrag und den Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag nicht mehr geben.

Der maßgebende Prozentsatz, der Höchstbetrag des Versorgungsfreibetrags und der Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag ergibt sich aus der nachfolgenden Tabelle (§ 19 Abs. 2 EStG):

        Kalenderjahr
        Prozentsatz 
   Höchstbetrag (in €)
      Zuschlag (in €)
bis 2005
40,0
3.000
900
2006
38,4
2.880
864
2007
36,8
2.760
828
2008
35,2
2.640
792
2009
33,6
2.520
756
2010
32,0
2.400
720
2011
30,4
2.280
684
2012
28,8
2.160
648
2013
27,2
2.040
612
2014
25,6
1.920
576
2015
24,0
1.800
540
2016
22,4
1.680
504
2017
 20,8
1.560
468
2018
19,2
1.440
432
2019
17,6
1.320
396
2020
16,0
1.200
360
2021
15,2
1.140
342
2022
14,4
1.080
324
2023
13,6
1.020
306
2024
12,8
960
288
2025
12,0
900
270
2026
11,2
840
252
2027
10,4
780
234
2028
9,6
720
216
2029
8,8
660
198
2030
8,0
600
180
2031
7,2
540
162
2032
6,4
480
144
2033
5,6
420
126
2034
4,8
360
108
2035
4,0
300
90
2036
3,2
240
72
2037
2,4
180
54
2038
1,6
120
36
2039
0,8
60
18
2040
0,0
0
0

Bemessungsgrundlage für den Versorgungsfreibetrag ist

  • bei Versorgungsbeginn vor 2005 das Zwölffache des Versorgungsbezugs für Januar 2005
  • bei Versorgungsbeginn ab 2005 das Zwölffache des Versorgungsbezugs für den ersten vollen Monat

Weitere Details ergeben sich aus § 19 Abs. 2 EStG.

FAQ


Wie werden die Versorgungsbezüge versteuert?

Bei der Versteuerung der Versorgungsbezüge wird ein Versorgungsfreibetrag berücksichtigt. Mit dem Alterseinkünftegesetz vom 05.07.2004 (BGBl I S. 1427) wurde die sogenannte „Nachgelagerte Besteuerung“ eingeführt. Die Höhe des Versorgungsfreibetrags wird seit 2005 abhängig vom jeweiligen Jahr des Beginns der Versorgung einmalig festgesetzt; auch für Hinterbliebene ist dabei das Jahr des ursprünglichen Versorgungsbeginns maßgeblich. Diese Festsetzung gilt anschließend für die gesamte Laufzeit der Versorgung. Die dabei maßgeblichen Werte (Prozentsatz und Höchstbetrag des Versorgungsfreibetrags, Höhe des Zuschlags zum Versorgungsfreibetrag) werden nach dem Jahr 2005 bei jedem neuen Pensionsjahrgang niedriger. Ab dem Kalenderjahr 2040 erfolgt die Versteuerung ohne Versorgungsfreibetrag.


Wie erhält der KVBW meine Steuermerkmale für das Jahr 2012?

Die Daten der Lohnsteuerkarte 2010 bleiben auch für das Jahr 2012 gültig. Nur wenn diese Daten für das Jahr 2012 nicht mehr zutreffen, sollten Sie die entsprechenden Eintragungen vom Finanzamt ändern lassen. In diesem Fall bitten wir Sie, die Lohnsteuerkarte 2010 bei uns anzufordern und diese nach erfolgter Berichtigung wieder an uns zurück zu senden. Treffen die auf der Lohnsteuerkarte 2010 eingetragenen Merkmale auch für das Jahr 2012 zu, ist von Ihnen nichts zu veranlassen.


Was ändert sich beim Lohnsteuerabzugsverfahren ab 2013?

Ab dem Jahr 2013 werden den Arbeitgebern die Steuermerkmale von der Finanzverwaltung elektronisch zur Verfügung gestellt. Das hierzu entwickelte Verfahren trägt den Namen ELStAM (Elektronische LohnSteuerAbzugsMerkmale).

Für künftige Änderungen Ihrer Lohnsteuerabzugsmerkmale ist grundsätzlich das Wohnsitzfinanzamt zuständig. Dies gilt nicht für Änderungen aufgrund von Eheschließung, Geburt, Adoption oder Tod eines Kindes oder Kirchenein- oder austritt. Für diese Änderungen sind weiterhin die örtlichen Meldebehörden zuständig. Bitte beachten Sie, dass der KVBW keine Änderung Ihrer Lohnsteuerabzugsmerkmale vornehmen kann.


Wann erhalte ich meine Lohnsteuerbescheinigung für das abgelaufene Kalenderjahr?

Die gezahlten Bezüge werden im Januar des Folgejahres elektronisch an die Finanzverwaltung übermittelt. Sobald diese Übermittlung abgeschlossen ist, werden die Lohnsteuerbescheinigungen gedruckt und versandt. Sie erhalten die Lohnsteuerbescheinigungen deshalb wie jedes Jahr Ende Januar/Anfang Februar des Folgejahres. Wegen der elektronischen Übermittlung ist es nicht erforderlich, die Bescheinigung Ihrer Steuererklärung beizufügen. Nach unserer Erfahrung erhalten die Finanzämter die für die Steuererklärung des neuen Jahres erforderlichen Programme nicht vor Februar des Folgejahres, so dass es den Finanzämtern gar nicht möglich ist, vor diesem Zeitpunkt maschinell Steuerbescheide zu erstellen.


     
 

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